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Saudi Arabien und das Mädchen im Minirock

Saudi Arabien gilt weltweit als Musterbeispiel für Weltoffenheit, Toleranz, Fortschrittlichkeit und leidenschaftlicher Verfechter der Menschenrechte. Als Land das sich vorbildlich mit einem 9000 Kilometer langen High-Tech Grenzzaun aus Europa vor „Schutzsuchende“ abschottet und gerne Kriegswaffen vorzugsweise aus Deutschland einkauft, steht das aufstrebende fundamental-islamische Königreich führend an der Spitze als zukunftsweisender Garant für Stabilität, Frieden, religiöse Vielfalt und gesellschaftliche Liberalität gegenüber dem rückschrittlichen Westen.

Vor allem aufgrund seiner bahnbrechend modernen, freiheitlichen, gesellschaftlichen Errungenschaften zeichnet sich Saudi Arabien weltweit durch die einzigartige Etablierung und Durchsetzung von Frauenrechten aus.

Hierzu macht die Golf-Monarchie erneut Schlagzeilen:

Nachdem das Video einer Frau, die graziös im knappen Shirt, Minirock und einer modischen Sonnenbrille, durch ein leeres historisches Fort in Uschaiager, einer Ortschaft nördlich der Hauptstadt Riad flanierte und für allgemeine Aufregung sorgte, schoss nicht nur der Hormonspiegel saudischer Männer in die Höhe, sondern es genügte der amtierenden Sittenpolizei als Grund, die Frau nach ihrem „Freigang“ zu verhaften, um sie an die Staatsanwaltschaft zu überstellen.

Die Behörde wirft ihr vor, sie habe „unangemessene Kleidung“ getragen, sich unzüchtig verhalten, denn für Frauen gelten in Saudi Arabien strenge Kleidungsvorschriften. Lange Gewänder nebst Verschleierung sind Pflicht. Nackte Schultern, Arme oder Beine sind in der Öffentlichkeit strengstens verboten. Darüber hinaus bestünde der Verdacht auf ein „Informationsverbrechen“, das Verbreiten von Inhalte, die nicht den konservativen Moralvorstellungen der arabischen Gesellschaft entsprechen.

Was mit der Frau nun geschieht, bleibt zunächst unklar, doch sie muss im günstigsten Fall mit Gefängnis, einer öffentlichen Auspeitschung oder Stockschläge rechnen. Schlimmstenfalls drohen ihr die Amputation von Gliedmaßen und der Tod durch Enthauptung oder Steinigung.

Erst wenige Monate zuvor erhitzte ein ähnliches „Verbrechen“ die saudischen Gemüter, nachdem eine junge Frau es wagte ohne Hijab auf die Straße zu gehen. Zusätzlich wurde ihr vorgeworfen, sie habe in der Öffentlichkeit über verbotene Beziehungen mit fremde Männer gesprochen. Auch sie erwartet eine drakonische Bestrafung. Ein ähnliches Schicksal teilt eine Studentin die sich nicht an die Kleiderordnung gehalten hat, nachdem das saudische Bildungsministerium eine Untersuchung angeordnet hatte und darüber hinaus die Schulleitung unter Anklage gestellt wurde.

Doch die Golfmonarchie prescht mit ungezügeltem Tempo dem Fortschritt entgegen.

Um die Diskriminierung von Frauen und Mädchen endgültig zu beseitigen wurde im Februar 2017 der erste Mädchen-Rat ins Leben gerufen, der erstaunlicher Weise gänzlich ohne Mädchen auskommt, weil er sich aus 13 bärtige alte Männer zusammensetzt.

Soviel umfangreich vorangehender Fortschritt erregt selbstverständlich globale Aufmerksamkeit, verdient unangefochten die Ehre, Saudi Arabien zum Hüter über die Rechte der Frauen zu machen.

Daher haben die Vereinten Nationen im vergangenen April nicht lange gezögert, Saudi Arabien, das die allgemeinen Menschenrechte der UN  nicht anerkennt, mittels einer geheimen Wahl in den Vorsitz der UN Frauenkommission „UN-Women“ für eine Amtszeit von 2018-2022 zu erheben.

UN-Women wurde 2011 als eigenständige Behörde der UNO für Gleichstellung und Frauenförderung gegründet. Auf die in der UN-Charta verankerten Vision der Gleichstellung beruhend, setzt sie sich u. a. in folgende Bereiche ein: Beseitigung der Diskriminierung von Frauen und Mädchen, Stärkung von Frauen und Gleichstellung von Frauen und Männern als ebenbürtige Partner und Begünstigte der Fortschritte in den Bereichen Entwicklung, Menschenrechte, humanitäre Hilfe, Frieden und Sicherheit.

Das düstere Saudi Arabien zählt zu die repressivsten Länder der Welt. Besonders Frauen werden unterdrückt, leiden unter Rechtlosigkeit und den totalitär-patriarchalen Strukturen in diesem erzkonservativen Land.

Saudi Arabien, eine absolutistischer Monarchie die dem wahabitischen Islam als Staatsdoktrin folgt, lehnt die allgemeinen Menschenrechte der UN unter Berufung auf die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam, ab.
Der Islam, Stammestradition und Sippschaft Familie bilden die Grundpfeiler der Gesellschaft. Eine strenge Auslegung des Korans schwebt als allgegenwärtiges Damokles-Schwert über dem Alltag.

Alkoholkonsum oder Sex vor der Ehe können mit öffentliche Stock oder Peitschenhiebe geahndet werden.

Während der täglich erzwungenen fünf Gebetszeiten ruhen alle Geschäfte etwa 30 Minuten lang. Auch gibt es keine öffentlichen Kinos Theater, Konzerthäuser oder Diskos. Die Einhaltung der öffentlichen Moral wird von der „Behörde zur Förderung der Tugend und Bekämpfung des Lasters“ überwacht, die als Religionspolizei das Alltagsleben der saudischen Bürger beobachtet und bespitzelt.

Ehebruch, Homosexualität, Blasphemie und Apostasie stehen unter Todesstrafe, werden mit öffentlicher Steinigung oder Enthauptung bestraft. Diebstahl oder Raub werden mit Amputation durch öffentliches Abhacken von Hand oder Fuß geahndet, während ausländische Schwerkriminelle und Vergewaltiger sich in Deutschland häufig über Freispruch oder nicht ernstzunehmende Bewährungsstrafen freuen dürfen, falls sie überhaupt ein Gerichtsverfahren über sich ergehen lassen müssen.

In der Öffentlichkeit herrscht strikte Geschlechtertrennung. Frauen müssen züchtig sein, sind in der Mehrzahl voll verschleiert.

Sie haben kein Recht oder die Möglichkeit einen Führerschein zu erwerben, weil Autofahren für Frauen unter Strafe steht. Jede Frau bekommt einen männlichen Wächter zur Seite gestellt, der alle Entscheidungen in ihrem Namen trifft und ihr Leben von Geburt bis zum Tod kontrolliert. Das islamische Eherecht macht die Frau zum Besitztum des Mannes. Zuerst gehört sie dem Vater, dann einem Ehemann, den sich saudische Frauen für gewöhnlich nicht selbst aussuchen dürfen.

Ali Khamenei (Iranischer Islam-Gelehrter) über Frauen:

„Das Radfahren zieht oft die Männer an und liefert die Gesellschaft der Verderbnis aus; auf diese Weise läuft es der Keuschheit der Frauen zuwider; es muss abgeschafft werden“

Denn die islamische „Familienpolitik“  sähe die einzige Rolle und Aufgabe für Frauen in der Mutterschaft und im Haushalt.

Ausländische Mädchen und Frauen die in Saudi Arabien als Haushaltshilfen arbeiten, werden oft missbraucht, vergewaltigt, gar getötet. Gastarbeiterinnen aus Bangladesch berichteten von erschütterndem Missbrauch und Misshandlungen durch ihre Arbeitgeber, die sogar noch Freunde dazu einladen, um an den entwürdigenden Vergewaltigungen teilzunehmen.

Erwachsene saudische Frauen, unabhängig von ihrem sozialen Status, dürfen ohne Zustimmung ihrer Vormünder oder Besitzer Ehemänner, weder arbeiten, noch reisen, nicht studieren, keinen Arzt aufsuchen.  Auch nur die banalsten Entscheidungen für sich selbst zu treffen, ist ihnen untersagt. Frauen ist es praktisch unmöglich, am öffentlichen Leben teilzunehmen, denn es droht ihnen der Tod, wenn sie gegen die frauenfeindliche Gesetzgebung der vorsteinzeitlichen Scharia verstoßen.

Frauen in Saudi Arabien haben keine Möglichkeit eigenverantwortlich vor Gericht zu klagen.

Opfer häuslicher Gewalt haben kaum die Möglichkeit, eigenständig Schutz oder rechtliche Hilfe zu beanspruchen, da Polizei nebst Behörden in der Regel darauf bestehen, dass Mädchen und Frauen  für das Einreichen einer Strafanzeige die Autorisierung durch den Vormund oder Mann benötigen, auch wenn dieser der Beschuldigte ist. Hinzu kommt, dass in der Golfmonarchie nur dem männlichen Vormund oder Vater das alleinige Recht zusteht, sein „Mündel“ zu verheiraten oder dessen Ehe aufzulösen, wenn sie ihm unpassend erscheint.

Frauen leben wie Gefangene oder Leibeigene in einer von Männer beherrschten Islamhölle. 

Doch anscheinend weiß die UNO über diese Vorgänge nicht Bescheid, oder wie sonst kann es sein, dass sie ausgerechnet Saudi Arabien zum Bewahrer und Hüter der weltweiten Frauenrechte erhebt?

Angesichts der niederschmetternden Bilanz des saudischen Königreiches sind Vorwürfe und Zweifel gegen diesen menschenrechtlichen Fehlschlag absolut berechtigt, denn ein tatsächlicher Wandel in der saudischen Geschlechter-Apartheid ist in Zukunft wohl nicht zu erwarten. Frauen werden weiterhin die leidvollen Zustände ertragen und auf Lebenszeit entmündigt existieren müssen.

Vielleicht ist es Sinn und Zweck, das Saudi Arabien im Vorsitz der UN Frauenrechtskommission im Zuge der Islamisierung Europas dazu beitragen soll, die westlichen Frauenrechte mit islamische Werte zu verknüpfen, um Europas Frauen für ihre islamische Zukunft „Schariagerecht“ vorzubereiten. Die Politiker haben nunmehr immer wieder direkt als auch indirekt ausgesprochen, wie sich Frauen vor Übergriffe durch Moslems schützen können, indem sie sich weniger freizügig kleiden, verhalten oder abends nicht mehr allein außer Haus gehen sollten.

Doch ein Aufschrei westlicher, deutscher Feministinnen oder Frauenrechtlerinnen, die eher weiterhin im weißen rassistischen sexistischen Mann ihr zu bekämpfendes Feindbild stilisieren, ist nicht zu vernehmen.

Deshalb erscheint die folgende Satire zum Abschluss nicht unbedingt weit hergeholt:

2016 gelang dem Königreich Saudi Arabien ein revolutionärer Sprung nach vorne für die Rechte der Frauen, nachdem renommierte saudische Wissenschaftler festgestellt hatten, das die Damen der Schöpfung zwar Säugetiere sind, aber noch nicht menschlich seien. Doch diesen Erkenntnissen zur Folge erhalten sie künftig die selben Rechte anderer Säugetierarten wie etwa Kamele, Dromedare oder sogar Ziegen zugesprochen. Jane Austen, Sprecherin für das „Liberation Action Network“ für Frauen erklärte, dies sei ein großer Sprung nach vorn für die Rechte der Frauen in Saudi Arabien und meint, es sähe vielleicht nach wenig aus, doch es wäre wirklich ein Meilenstein für alle Frauen in dieser Region. Begeistert folgert sie daraus:

„Von nun an werden Frauen als Mitglieder der Säugetier-Klasse in Betracht gezogen, während sie vorher den rechtlichen Status eines Objekts geteilt hatten, ähnlich wie ein Haushaltsgerät“

Gott mit uns.

*****

 

 

Weitere Quellen zum Artikel:

http://www.n-tv.de/panorama/Frau-nach-Minirock-Video-festgenommen-article19941562.html

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/saudi-arabien-frau-nach-minirock-video-festgenommen-15112551.html

https://deutsch.rt.com/gesellschaft/54308-saudi-arabien-frau-im-minirock/

https://michael-mannheimer.net/2017/04/26/un-waehlt-ausgerechnet-saudi-arabien-fuer-den-vorsitz-der-un-frauenrechtskommission/

https://www.welt.de/wirtschaft/article10080765/Wie-EADS-vom-Mauerbau-in-Saudi-Arabien-profitiert.html

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/SaudiArabien/Innenpolitik_node.html

 

Ein Kommentar zu „Saudi Arabien und das Mädchen im Minirock

  1. Ohne die Sucht des Westens nach Öl wären die Musels ziehmlich gekniffen.
    Wir, die Industrienationen haben es erst soweit kommen lassen!

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