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Daneben gemacht

Nachdem Männer über die letzten Jahre hinweg regelrecht genötigt wurden, sich nicht mehr im Stehen erleichtern zu sollen, meinen vom Feminismus zerfressene Politiker, es sei ungerecht und ginge gegen die Geschlechtergerechtigkeit, wenn Frauen keine Möglichkeit eingeräumt bekommen, auch im stehen für kleine Mädchen zu machen. Realsatire? Es darf gelacht werden, hat Man(n) folgendes gesehen:

Berlin: Kein Schwanz in der Hose, aber im Stehen pinkeln wollen…

Von Thomas Heck, +++Heck Ticker+++

Berlin ist die Stadt, die es voll im Griff hat. Ob es nun um die Beschattung eines Terrorverdächtigen geht, der dann nahezu unter den Augen der Polizei den Lkw besteigt, um am Breitscheidplatz 12 Menschen zu zermalmen, oder ob es um die endlose Fertigstellung eines Großflughafens geht, die u.a. daran scheitert, dass man unbedingt gegen Naturgesetze Qualm im Katastrophenfall nach unten absaugen will. Berlin ist schon dufte, auch wenn es mal nicht so läuft. Apropos laufen. Auf dem Klo soll es wenigestens laufen.

So muss die öffentliche Toilette künftig grundsätzlich eine „geschlechtsneutrale Einzelkabine“ sein, mit einem Sitzbecken und je einem Urinal für Frauen und für Männer. Pissoirs sollten mit dem Frauen-Urinal nachgerüstet werden.

Der rot-rot-grüne Senat will den Betrieb der öffentlichen Toiletten neu ordnen. Dafür wurde im Hause von Umweltsenatorin Regine Günther ein „Toilettenkonzept für Berlin“ geschrieben, gemeinsam mit der Firma Zebralog und der Technischen Universität Berlin. Viel Steuergeld, dass sich um einen Haufen Scheiße dreht, die ist geheftet und umfasst 97 Seiten. Da geht es um Hygiene, Sicherheit, Barrierefreiheit usw. Auf Seite 30 steht das Kapitel „Geschlechtergerechtigkeit“. Hier wird nachgewiesen, dass es ungerecht sei, wenn nur Männer im Stehen urinieren dürften, Frauen aber nicht. Wörtlich heißt es: „Aus Sicht der Gleichstellung sind Pissoirs nicht akzeptabel.“ Eine sehr lustige und teure Maßnahme, nachdem Männern den letzten Jahrzehnten eingetrichtert wurde, sich im Sitzen zu entleeren.

Die Fachleute des Senats stellen fest, dass es zwar wichtig sei, Männern Urinale anzubieten, da sie „eher zum Wildpinkeln tendieren“ würden als Frauen. Dennoch müsse aber eben auch Frauen die Möglichkeit geboten werden, sich im Stehen zu erleichtern.

Die herkömmlichen Wand-Becken für Männer können von Frauen nicht genutzt werden, also müssen neue Modelle her. Wo gibt es die eigentlich?

Das fragten sich die Toilettenexperten des Senats und wurden bei einem italienischen Designer fündig. Er heißt Matteo Thun, lebt in Mailand und gewann im Jahr 2004 den Designerpreis „Compasso d‘Oro“ für das Frauen-Urinal „Girly“, das er für die Firma „Catalano“ entwarf.

Auf der Seite www.stylepark.com wirbt die Firma so für das Produkt Girly: „WC-Urinal optimal für Sie. Kein Kontakt dank seiner innovativen Form, die die Anatomie der Frau berücksichtigt.“ Was ein „Girly“ kostet, kann man der Seite nicht entnehmen. Das Becken sieht ziemlich teuer aus. Aber vielleicht bekommt Berlin ja einen Rabatt.

Nach dem Konzept des Senats soll die öffentliche Toilette künftig grundsätzlich eine „geschlechtsneutrale Einzelkabine“ sein, mit einem Sitzbecken und je einem Urinal für Frauen und für Männer. Wo es reine Pissoirs gibt, müssen diese mit dem Frauen-Urinal nachgerüstet werden.

Was im Toilettenkonzept fehlt, ist der Nachweis der Notwendigkeit für das Frauen-Urinal. Was sagen die Frauen eigentlich? Gibt es eine Umfrage? Fühlen sie sich diskriminiert, wenn sie ein Pissoir sehen, weil sie es nicht nutzen können? Fühlen sie sich schon seit mehr als 100 Jahren benachteiligt, also so lange wie es Pissoirs überhaupt gibt? Und wer verlangt nach dem Frauen-Urinal? Wie wichtig ist es denn wirklich?

Wichtig wäre allein, dass die öffentlichen Toiletten auch in Zukunft überhaupt noch funktionieren. Daran besteht berechtigter Zweifel. Denn die Firma Wall ist aus dem Rennen.

Wall betreibt die Toiletten seit 25 Jahren, ohne dem Senat dafür eine Rechnung zu stellen. Der Betrieb wird über Außenwerbung finanziert. Rot-rot-grün will den Vertrag mit Wall über 2018 hinaus nicht verlängern, weil das Werbegeschäft angeblich nicht transparent sei. Konkrete Vorstellungen davon, wer den Betrieb übernehmen soll, gibt es aber auch nicht.

Nur die Vorschriften für das Frauen-Urinal sind schon fertig. Na prima! Darauf haben wir alle gewartet. Dafür bezahlen wir die öffentliche Hand mit unserem Steuergeld. Na, liebe Frauen, dann pullert mal schön…

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Original und Kommentare:

http://heckticker.blogspot.de/2017/08/berlin-kein-schwanz-in-der-hose-aber-im.html

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