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In drei Schritten zur Gleichgültigkeit

(Katharina Szabo) Das Drama eines islamistischen Terroranschlags in Europa hat immer drei Akte. Im ersten Akt fahren Muslime – in der Regel Einwanderer aus islamischen Ländern oder, wie im Fall des Attentäters vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, muslimische Migranten, die im Zuge der deutschen Grenzöffnung eingreist sind – im Namen Allahs ein Fahrzeug in eine Menschenmenge. Es gibt Tote und Verletzte. Dann folgt Akt zwei. Politiker, Spin Doctors und Nudging Experten eilen an die Front, um Stellung zu beziehen.

Gegen eine Interpretation des Terroranschlags, die den politischen Machthabern gefährlich werden könnte.

Erstes und einziges Ziel ist es nun, jede Verantwortung seitens der Regierung vom Tisch zu fegen und Imageschäden abzuwenden. Niemand darf auf den Gedanken kommen, dass die von der Bundesregierung seit Jahren gewährte Narrenfreiheit für den Islam, Imame und Islamverbände, die von Merkel durchgesetzte Einreise Hunderttausender Männer ohne Pass aus islamischen Ländern oder das Dictum vom Islam, der zu Deutschland gehöre, im Zusammenhang mit dem islamistischen Terror gesehen werden könnte.

Bis zum Anschlag am Berliner Breitscheidplatz  im Dezember 2016 galt die Vorgabe, dem Medienkonsumenten und Wähler unmittelbar nach dem Terrorakt einzubläuen, dass der Islam nichts mit dem Islamismus zu tun habe. Dass es also eine strikte Trennung zwischen einem guten Islam gäbe, der Unterstützung durch die Bundesregierung erfahre, und einem schlechten Islamismus, der mit Ersterem nichts zu tun habe.

Gibt es eine Verbindung zwischen Islam und Islamismus?

Kritiker dieser Doktrin, die einwenden, dass der Islam und seine fundamental-islamischen Organisationen sehr wohl etwas mit dem Islamismus zu tun haben, galt es mittels der Anschuldigung, sie wollten alle Muslime diskreditieren, vom Diskurs auszuschließen. Dies funktionierte eine Weile ganz gut, doch mit jedem Terroranschlag meldeten sich weitere Spielverderber zu Wort, die eine Verbindung zwischen Islam und Islamismus belegen konnten.

Inzwischen ist bekannt, dass die der Regierung nahe stehenden Islamverbände Ditib und Zentralrat der Muslime nicht die lupenrein weiße Weste haben, die ihnen bescheinigt wird. Die Ditib etwa erfüllt im Wesentlichen die Aufgabe, die Interessen des islamofaschistischen Autokraten Erdogan in Deutschland durchzusetzen. Der Zentralrat der Muslime beherbergt unter seinem Dach Organisationen wie die Atib, eine Abspaltung der türkischen, faschistischen Grauen Wölfe, und die IGD, einen Ableger der islamistischen Muslimbrüder.

Die Behauptung, der Islam habe nichts mit dem Islamismus zu tun, war also nicht mehr ohne weiteres haltbar.

Eine neue Strategie musste her, um jede Verantwortung der Regierung am sich auch in Deutschland ausbreitenden Islamismus zu negieren. Sie kam erstmals nach dem Terrorakt vom Berliner Breitscheidplatz zum Einsatz. In ihrer Stellungnahme zum Anschlag spricht Merkel nun von einer „grausamen und unbegreiflichen Tat“, die den Opfern „das Leben geraubt“ habe, von einem „Schlag“ ist die Rede, der besonders „schwer zu ertragen wäre“, so führt sie weiter aus, „wenn sich herausstellen sollte, dass ein Mensch diese Tat begangen habe, der in Deutschland um Schutz und Asyl gebeten hat“. „Dies wäre besonders widerwärtig gegenüber den Menschen, die in der Flüchtlingshilfe engagiert“ seien. Man wolle nicht damit leben, dass uns die „Angst vor dem Bösen“ lähme. Die Wörter „Islam“ oder „Islamismus“ kommen nicht mehr vor.

Die mediale Nachbereitung

Der Terror hat jetzt weder etwas mit dem Islam noch mit dem Islamismus zu tun. Eine totale Entkoppelung ist vollzogen. Terrorakte, so erklärt Merkel, seien Naturkatastrophen, die über uns hereinbrechen, vielleicht auch ein abstraktes Böses. Verantwortung trage niemand, weder der Attentäter, ein Mensch, der Schutz suchte, also ein Verzweifelter, noch die Kanzlerin und ihre Politik der bedingungslosen Grenzöffnung. Diesem Sound schlossen sich die Vertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien an. Auch im Falle des Terroranschlags von Barcelona wurde so verfahren.

Etwas ist passiert, das uns betroffen macht. Islam? Islamismus? War da was? 

Im dritten und letzten Akt eines jeden islamistischen Anschlags erfolgt schließlich die mediale Nachbereitung. Wir lesen und hören, dass wir lernen müssten, „mit dem Terror zu leben“, dass wir uns an ihn „gewöhnen“ sollten, wie etwas, das einfach vom Himmel fällt. Niemand trage Verantwortung, niemand ist in der Lage, etwas gegen den Terror zu unternehmen, schon gar nicht die Regierenden.

Die Toten, die weder Gesicht noch Namen erhalten, hätten einfach Pech gehabt: Sterben Menschen nicht auch bei Autounfällen oder Flugzeugabstürzen?

Warum also Trauer oder gar Wut empfinden, warum überhaupt noch etwas empfinden? Erste staatsbürgerliche Pflicht und höchste moralische Tugend sei es nun, so lernen wir, Ruhe zu bewahren, die zerfetzten Kinderkörper und abgerissenen Gliedmaßen der anonymen Pechvögel zur Kenntnis zu nehmen, als betrachteten wir einen zertrampelten Käfer. Auf Abstumpfung, so berichtet „Welt Online“ am Tag nach dem Anschlag von Barcelona, baue auch Merkel für den Tag X, den Tag des nächsten islamistischen Anschlags in Deutschland.

Ist der Bürger also erst einmal an Terror gewöhnt, hat sich der Wähler einmal jedes menschliche Mitgefühl abtrainiert, ist ihm die seelenlose Gleichgültigkeit endlich zur zweiten Haut geworden, dann macht er auch nicht mehr Merkel für das Geschehen verantwortlich. Nicht für die Grenzöffnung, nicht für das Hofieren fundamental-islamischer Verbände, nicht für die mangelnde Terrorabwehr und auch nicht für die fehlende Feststellung der Identität nach wie vor in großer Zahl nach Deutschland einreisender Migranten. Ein wahrhaft teuflischer Plan.

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Original und Kommentare: AchGut.com

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