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Nichts gewinnen wollen ist verdächtig


Als ich vorhin meine Bankfiliale aufsuchte um eine Transaktion am Automaten durchzuführen, hatten die Angestellten der Bank im Eingangsbereich einen Aktionsstand aufgebaut, um irgendwelche Finanzprodukte anzupreisen. Dazu konnte man auch an einem „Gewinnspiel“ teilnehmen.

Wie ich sogleich feststellte, hatten hier potenzielle Bahnhofsklatscher unter anderem die Möglichkeit Nachschub für ihr Treiben in Form von kleinen Teddybärchen aus Plüsch als Trostpreis zu „gewinnen“.

Nachdem ich den Stand passierte fragte mich der Banker sogleich, ob ich nicht am Gewinnspiel teilnehmen wolle, denn man könne ganz tolle Preise gewinnen und hielt mir einen Fragebogen hin, den ich dazu ausfüllen müsse. Doch ein kurzer Blick auf den Wisch genügte um zu verstehen woher der Wind weht, nämlich das sie mittels ihrer dämlichen Fragen nur persönliche Daten über Konsumverhalten oder den Umgang mit Geld abschöpfen wollten.

Ohne länger darüber nachzudenken lehnte ich also dankend ab und betonte, nicht am Gewinnspiel teilnehmen zu wollen, weil ich kein Interesse daran hätte, etwas zu gewinnen.

Dafür erntete ich einen entgeisterten, fassungslosen Blick des Bankers, der vermutlich überhaupt kein Verständnis dafür hatte, das jemand nichts gewinnen will. Wortlos ging ich weiter, um am Automaten meine Transaktion zu tätigen. Aber ist es denn so ungewöhnlich wenn jemand die Teilnahme an einem scheinbar „kostenlosen“ Gewinnspiel ablehnt, weil man nichts gewinnen will?

Es ist mir nicht bekannt wie es bei anderen Banken ist, aber meine hat schon gut vor einem Jahr damit begonnen, das Kontrollsystem über das Geld ihrer Kunden auszuweiten.

Man kann zum Beispiel nicht mehr wie früher unkompliziert am Automaten Geld wechseln, sondern man muss es vorher auf das Konto einzahlen, um es anschließend in der gewünschten Stückelung wieder raus lassen zu können.

Somit ist das Geld, das man ursprünglich nur wechseln wollte, in den Kontodaten erfasst.

Das könnte in Zweifelsfällen dazu führen, das man sich über die Herkunft des Geldes rechtfertigen muss und es schwer zu Beweisen ist, wenn es sich um Ersparnisse handelt. Das könnte für Sozial-und Hartz 4 Leistungsempfänger problematisch werden, wenn sie ihre Kontoauszüge vorlegen müssen.

Deshalb gehe ich immer zu der Tankstelle rund 50 Meter weiter und wechsele dort mein Geld. Aber die Bargeldabschaffung kommt eben wie die Islamisierung:

Auf leisen Sohlen, subtil und hintenrum – unaufhaltsam, Schritt für Schritt. Gott mit uns.

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