Hintergrundwissen · Mythos Merkel · Politik

„In den Osten rübergemacht“


(Fortsetzungsreihe: Wem dient Merkel wirklich, Kapitel 1 – „In den Osten rübergemacht”) Angela Dorothea Kasner, die seit ihrer ersten Eheschließung 1977 Merkel heißt, sie behielt den angeheirateten Namen nach der Scheidung 1982 bei, kam am 17. Juli 1954 im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel zur Welt.

Einige ihrer mütterlicherseits aus Westpreußen stammenden Verwandten lebten damals in der Hansestadt: Ihre Mutter Herlind Kasner geb. Jentzsch, ihre Großmutter Gertrud Jentzsch (eine Lehrerin), deren Schwester Emilie sowie eine Tante der kleinen Angela, Ärztin von Beruf.

Die 26-jährige Herlind Kasner wohnte im Sommer 1954 mit dem Baby bei der Großmutter von Angela in der Hamburger lsestraße 95. Zuvor hatte sie mit ihrem Mann in der Hudtwalcker Straße, HH-Winterhude, gelebt.

Angelas Vater war nach „drüben“ in die „Ostzone“ gegangen. So sagte man damals im Westen, wenn der kommunistisch beherrschte Teil Deutschlands gemeint war, den die Machthaber in Ostberlin auf den Namen „Deutsche Demokratische Republik“ getauft hatten. Horst Kasner, zu dieser Zeit 27 Jahre alt, hatte als frisch gebackener evangelischer Theologe noch vor der Geburt seiner Tochter von Hamburg aus „rübergemacht“. Flugs tauschte er seinen bundesdeutschen Personalausweis in einen solchen der DDR um. Im Dorf Quitzow nahe Perleberg, westliches Brandenburg (heute: Landkreis Prignitz), trat er eine Pfarrstelle an.

Mitte September 1954 folgte ihm seine Frau Herlind mit Klein-Angela dorthin.

Kasner, als Polizistensohn am 6. August 1926 in Berlin-Pankow zur Welt gekommen, wo er aufgewachsen war und seine Familie auch nach 2. Weltkrieg und Mauerbau 1961 verblieb (Angela Merkel berichtet von häufigen Besuchen als Kind und Jugendliche bei der Oma in Pankow), hatte 1948 sein Theologiestudium in Heidelberg begonnen und dann in Bielefeld bzw. Hamburg abgeschlossen, wo er auch als Vikar (Epiphanienkirche, HH-Winterhude) wirkte.

In der Elbmetropole lernte er Herlind Jentzsch kennen. Sie studierte an der Hamburger Universität Englisch und Latein mit Lehramt als Ziel.

„Der damalige Hamburger Bischof Hans Otto Wölber eröffnete Kasner, dass er gebraucht werde — als evangelischer Pfarrer in der Berlin-Brandenburgischen Landeskirche. Pfarrermangel machte sich in der DDR bemerkbar.“ So gibt Prof. Dr. Gerd Langguth in seiner Merkel-Biographie Kasners eigene Version zum Hintergrund seines West-Ost-Wechsels von 1954 wieder. Bei dieser Darstellung hakt es aber schon daran, dass Wölber erst 10 Jahre später, 1964, Bischof wurde. 1942 ordiniert, 1944 als Wehrmachtpfarrer in Italien in Gefangenschaft geraten, 1945 wieder in Deutschland, diente er 1954 in Hamburg als Jugendbeauftragter der Kirche.

Angela Merkels Vater erklärte rückblickend in einem seiner extrem seltenen Pressegespräche (einem auf Englisch am 6. September 2005 veröffentlichten International Herald Tribune- Interview), dass der Chef der — von ihm nicht näher vorgestellten — „Mannschaft“ („company“ ), dies einer Frau und dem Baby Angela bei der Umsiedlung über die Zonengrenze zu ihm in die DDR half, bei der Auftragserteilung bass erstaunt über das Ansinnen gewesen sei. Der Mann habe gesagt, dass es normaler-weise doch von Ost nach West, nicht jedoch andersherum gehe. Bislang, so der „Company“-Chef weiter, kenne er nur 2 Sorten von Menschen, die von West nach Ost wechseln wollten: „Kommunisten oder wirkliche Idioten.“

Doch zu welcher gegebenenfalls 3. Art mag Horst Kasner gehört haben?

Tatsache ist, dass damals großen Mengen Deutscher, die von der DDR in die Bundes-republik gingen (allein 1954 waren es Monat für Monat zwischen 30.000 und 40.000), nur relativ wenige gegenüberstanden, die den umgekehrten Weg einschlugen. Unter den Wanderern von West nach Ost aber, die nicht gerade von Sinnen waren (und auch nicht aus rein familiären Gründen in die DDR wechselten, was gelegentlich vorkam), fand man in der Tat fast nur Kommunisten oder zumindest doch Sympathisanten der Kommunistischen Weltanschauung.

Während nun z. B. das von der Berliner Tageszeitung BZ veröffentlichte „Merkel-Lexikon“ behauptet, Jungpfarrer Kasner habe mit seinem Wechsel in den Osten der Kirche in der DDR helfen wollen, „den Angriffen des Kommunismus standzuhalten“, notiert Merkel-Biographin Jacqueline Boysen, Kasner sei „prinzipiell dem sozialis-tischen Gesellschaftsbild zugetan“ gewesen, und teilte die Berliner Morgenpost am 18. September 2005 mit, dass der Merkel-Vater „die DDR für das gelobte Land hielt“.

Demzufolge hätte bei ihm schon früh ein weltanschaulicher Linksdrall von erheblicher Intensität vorgelegen. Mit nationaler Solidarität im Sinne eines besonderen Verantwort-ungsgefühls für die geistliche Betreuung gerade der mitteldeutschen Landsleute dürfte Horst Kasners Übertritt in die DDR jedenfalls nichts zu tun gehabt haben. Langguth: „Angela Merkels Vater sagt heute, er wäre überall hingegangen, wohin die Kirche ihn geschickt hätte, selbst nach Afrika.“

Im SED-Staat handelte sich der West-Ost-Wanderer kirchenintern den Spitznamen „der rote Kasner“ ein.

Er geriet mit Christen über Kreuz, die auf strikte Distanz zu den kommunistischen Machthabern hielten. Prof. Langguth behauptet, wegen „intensive Staatsnähe“ bzw. weil er „zeitweise Kontakte mit der Staatssicherheit nicht scheute“ sei Angela Merkels Vater „tief in das DDR-System verstrickt“ gewesen. Der „rote Kasner“ wirkte jedenfalls als „graue Eminenz der brandenburgischen Kirche“ („rbb online“). 30 Jahre lang war er Chef einer Schaltstelle der Theologenaus-bildung in Brandenburg, des Pastoralkollegs Waldhof bei Templin. Dabei kam es zu einer Kollaboration mit der politischen Macht im Staate, die über das zwingend erforderliche Maß offenbar hinausging.

Zu Kasners Karriere in der kommunistischen Diktatur auf deutschem Boden und darüber, wie „tief“ seine „Verstrickung“ wirklich gewesen sein mag, später mehr in diesem Buch.

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Kapitel 2 „Beinahe vom Leben befreit“ erscheint am Montag den 16.07.18

Vorangegangene Folge: Vorwort

Während SoundOffice noch ein paar Tage Sommerpause benötigt, um sich zu erholen und liegengebliebene Arbeiten nachzuholen, gibt es für den Übergang eine tägliche Folge aus dem Buch „Wem dient Merkel wirklich?“ von David Korn.

Hinweis: Der Originaltext wurde vom Stammkommentator „Stahlfront“ aus einem PDF-Dokument formatiert und modifiziert, indem Zahlen in Arabisch und nicht in Worte geschrieben wurden. Eingefügte Erklärungen sind mit Sternchen gekennzeichnet.

Informationen zum Buch: Wem dient Merkel wirklich? – von David Korn. ISBN 3-924309-76-0 by FZ-Verlag GmbH, 81238 München.

7 Kommentare zu „„In den Osten rübergemacht“

  1. Profan oder nicht, wer dient nicht irgendeiner „Sache“, Glauben oder Überzeugung?
    Ich kenne keinen Menschen, der frei davon wäre? Selbst die größten Egomanen hängen einer Überzeugung an. Also auch Frau Kanzlerin.
    Und da Sie hierzulande nicht unwesentlich ist, in ihrem Amte, scheint es auch nicht verkehrt, sich darüber Gedanken zu machen.
    Daß sie Interessen vertritt, die teilweise sichtbar sind, siehe Staatsraison in Bezug auf Israel, läßt darauf schließen, daß da noch mehr ist, was wir wissen sollten. Zumindest was die Auswirkungen auf uns angeht!

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  2. @ corvusalbusberlin

    Ach wissen Sie, ich glaube nicht, daß hier irgendjemand von uns eine übermäßige Frequentierung bei den Kommentaren erwartet hat, aber als Überbrückung für’s Sommerloch, dient doch dieses Buch allemal, oder wäre eine vierwöchige „Funkstille“ besser.

    Und selbst wenn es Ihnen und anderen Leuten zu „profan“ ist, so gibt es ja im Netz genug interessante Blogs und Seiten zu denen Sie jederzeit wechseln können.

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    1. Stahlfront, ich finde es gut, dass Du das machst. Je mehr Widersprüchliches man zusammentragen kann, desto eher wird vielleicht ein Schuh draus. 🙂

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    2. Ich würde es, mittlerweile, nicht nur als Überbrückung betrachten.
      Da wird doch so manches angeführt, was auch ohne diesen merkelwürdigen Anlaß, des Wissens wert erscheint!
      Autor hin oder her, sollte es ein Resümee geben; ich bin gespannt! 🙂

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