Hintergrundwissen · Mythos Merkel · Politik

„Was man Heimat nennt“

(Fortsetzungsreihe: Wem dient Merkel wirklich, Kapitel 6 „Was man Heimat nennt“) „Was man Heimat nennt“: Auf dem Waldhof bei Templin wohnte Angela Merkel von ihrem 4. bis zum 18. Lebensjahr. In Templin kam auch ihre Schwester Irene, die heute als Ergotherapeutin in Berlin tätig ist, am 19. August 1964 als drittes und letztes Kind aus der Verbindung von Horst Kasner mit seiner Ehefrau Herlind geb. Jentzsch zur Welt.

„Die Uckermark ist für mich das, was man Heimat nennt“, sagt Angela Merkel, laut „Spiegelonline“, 11. September 2005. Wobei das Nachrichtenmagazin meint, dass „es so klingt, als hätte sie keine Heimat“. Vielleicht liegt das auch nur an der unaufgeregten Sprechweise von Frau Merkel, die zwar über sich selbst sagt, dass gelegentliches Verfallen ins Schreien einer ihrer Hauptfehler sei („Eine Schwäche von mir ist Schreien“, gestand sie dem TV- „Talkmaster“ Beckmann; Sendung vom 10. Januar 2005), die aber in der Öffentlichkeit häufig als sachlich bis zur Emotionslosigkeit wahrgenommen wird.

Andererseits ist der Bedarf an Hektikern in der deutschen Politik auch so gedeckt.

Die Uckermark, Angela Merkels Kindheits- und Jugendheimat, wird durchflossen von der 103 Kilometer langen Ucker (in Pommern heißt sie Uecker), die gegenüber Usedom ins Stettiner Haff mündet. Es ist eine brandenburgisch- pommersche Grenzregion, die auf halbem Wege von Berlin nach Stettin liegt. Östlich davon, jenseits der Oder, befindet sich weites Land, das den Deutschen 1945 gewaltsam genommen und unter polnische Herrschaft gestellt wurde.

Man kann die Uckermark mit ihren zahlreichen herrlichen Seen und ausgedehnten, oft unberührten Wäldern mit Fug und Recht eine der reizvollsten Landschaften Deutschlands nennen. Besondere Faszination übt der dortige Nationalpark Unteres Odertal aus. Zweifellos hat die Uckermark das Zeug, eine „Toskana des Nordens“ zu sein, wie es in der Fremdenverkehrswerbung der Region heißt.

Allerdings: „Die Menschen haben kein Geld. Sie haben keine Arbeit. Und sie haben keine Perspektive.“ So die Merkel-Biographin Evelyn Roll über die Verhältnisse dort.

Als Schnapsidee erwies sich die Errichtung einer mit Landesmitteln geförderten „Westernstadt“ („Silver Lake City“), mit der man Touristen anlocken und die Wirtschaft im Raume Templin ankurbeln wollte. Die Betreibergesellschaft meldete mangels Besucher rasch Insolvenz an. Der Urlauber in der Uckermark erwartet dort offenbar nicht ausgerechnet die Nachäffung des amerikanischen Wilden Westens.

Am 28. Juli 2005 schilderte der Korrespondent des „Rheinischen Merkur“ seinen Eindruck von den Templinern: „Ob der Kanzler Schröder heiße oder Merkel, sei ihnen egal, versichern die Menschen, die über den Marktplatz trödeln. Sie haben andere Sorgen. Fast jeder 4. ist ohne Arbeit. Und die Politik könne daran auch nichts ändern.“

Ein Springer -Journalist wie Martin S. Lambeck aber höhnt: „Die Uckermark, wo man weder auf Frisur noch Kleidung achten muss.“ („bild.t-online“, 7. August 2005). Ob dieser Propagandist etablierter Politik, die unfähig ist, Gebiete in den neuen Bundesländern, die blühende Landschaften sein könnten, auch wirklich aufblühen zu lassen, sich einer solchen Impertinenz gar nicht schämt?

Da kann eine politische Stimmungslage zwischen Ostsee und Erzgebirge, Elbe/Werra und Oder/Neiße wohl kaum wunder nehmen, die Matthias Krauß in seiner 2005 erschienenen Merkel-Biographie wie folgt beschreibt: „15 Jahre haben die etablierten Parteien der Bundesrepublik gebraucht, um in Ostdeutschland* eine Zweidrittel-mehrheit davon zu überzeugen, dass sie für diesen Landesteil kein Konzept haben.

Diese Zweidrittelmehrheit wählt entweder überhaupt nicht mehr oder rechtsextrem. Oder eben die PDS.“

*Korrekt wäre es hier von „Mitteldeutschland“ zu schreiben, denn unsere Ostgebiete sind nach wie vor völkerrechtswidrig fremdbesetzt, nützlich ist es da zum besseren Verständnis juristisch zu denken, wo ja bekanntlich zwischen Besitz und Eigentum klar unterschieden wird.

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Kapitel 7 Die „Befreiung“ der Uckermark erscheint am Samstag den 21.07.18

Vorangegangene Folgen: VorwortKapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4, Kapitel 5

 

Während SoundOffice noch ein paar Tage Sommerpause benötigt, um sich zu erholen und liegengebliebene Arbeiten nachzuholen, gibt es zum Übergang eine tägliche Folge aus dem Buch „Wem dient Merkel wirklich?“ von David Korn.

Hinweis: Der Originaltext wurde vom Stammkommentator „Stahlfront“ aus einem PDF-Dokument formatiert und modifiziert, indem Zahlen in Arabisch und nicht in Worte geschrieben wurden. Eingefügte Erklärungen sind mit Sternchen gekennzeichnet.

Informationen zum Buch: Wem dient Merkel wirklich? – von David Korn. ISBN 3-924309-76-0 by FZ-Verlag GmbH, 81238 München.

Ein Kommentar zu „„Was man Heimat nennt“

  1. Warum sind diese schönen Ostgebiete (hab sie bereist mit´m Bulli) so „unattraktiv“ zum leben? Warum gibt es dort „keine Arbeit“? Warum wandern die Menschen ab, verscherbeln ihre Häuser für Spottpreise? Warum ist dieses Ungleichgewicht (Lohn/Immobilien) in Deutschland nach bald 30 Jahren immer noch so gravierend vorhanden? Kann mir das jemand beantworten?

    Liegt es vielleicht daran, daß die ganzen Riesen-Konzerne (welche auch immer enger zusammenrücken) die scheinbar einzigen Arbeitgeber in den Augen der Menschen sind, und Kreativität der Masse selbst was aufzubauen insgesamt rapide nachgelassen hat? Dort hätte man doch alles was man braucht! Warum ist dort nix los? Wurden die von den Sozen SO runtergewirtschaftet, daß sich bis heute kaum etwas erholt hat? Verstehe das nicht, das dauert doch alles zu lange? Na jedenfalls kann man dort sehr schön Urlaub machen, nicht so überlaufen.

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