Hintergrundwissen · Mythos Merkel · Politik

Die „Befreiung“ der Uckermark

(Fortsetzungsreihe: Wem dient Merkel wirklich, Kapitel 7 – Die „Befreiung“ der Uckermark) Die „Befreiung“ der Uckermark: Das damals, als die Kasners hinzogen, wie auch heute rund 17. 000 Einwohner zählende Templin, ca. 80 km von Berlin entfernt, wird „Perle der Uckermark“ genannt.

Es urkundete erstmals 1270. Die trotz aller Schicksalsschläge der Geschichte vollständig erhalten gebliebene alte Stadtmauer gilt derjenigen von Rothenburg ob der Tauber als ebenbürtig.

Templin und Umgebung hatten ab Ende April 1945 unter der Roten Armee schwer zu leiden. Dies sei hier deshalb in Erinnerung gerufen, weil Angela Merkel — wie bereits erwähnt — immer wieder mit „Deutschlands Befreiung 1945″ durch die Alliierten kommt und auch den Sowjets entsprechende Ehre erweist.

Überdies rühmte sich die CDU- Politikerin schon häufig, sie habe Richard von Weizsäckers 1985er Bundestagsrede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes (8. Mai 1945 als „Tag der Befreiung“) damals in der DDR nicht nur „im Geheimen voll Bewunderung gelesen“, sondern die Ansprache auch abschriftlich unter denen kursieren lassen, „die ihr Vertrauen genossen“, wie es in der Biographie von Jacqueline Boysen heißt.

Biographin Roll: „Angela Merkel besaß natürlich eine Abschrift der Rede. Und sie zeigte sie den wenigen Kollegen, denen sie vertraute. So einen tollen Präsidenten hätten die anderen Deutschen drüben im Wunderland hinter der Mauer.“

Warum es allerdings derart viel konspirativer Umstände zur Verbreitung der Weizsäcker’schen Auslassungen bedurft haben soll, bleibt dubios.

Die 8. -Mai -Rede des Bundespräsidenten war von Westfernsehen und -radio per Direktübertragung in so gut wie jeden DDR -Haushalt transportiert worden und wurde über Wochen in ARD und ZDF, damals Sender 1. Wahl des Großteils der DDR-Bevölkerung, immer wieder zitiert.

Christdemokrat von Weizsäcker hatte in seiner Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes als 1. Bundespräsident den 8. Mai 1945 zum „Tag der Befreiung“ erklärt und darüber hinaus eine Kollektivhaftung des deutschen Volkes, Nachkriegsgenerationen inbegriffen, wegen der Untaten zur Hitlerzeit proklamiert.

Originalton: „Und dennoch wurde es von Tag zu Tag klarer, was es heute für uns alle gemeinsam zu sagen gilt: Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung . . . Die Vorfahren haben eine schwere Erbschaft hinterlassen. Wir alle, ob schuldig oder nicht, ob alt oder jung, müssen die Vergangenheit annehmen. Wir alle sind von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung genommen.“

Interessanterweise heißt es in Evelyn Rolls Merkel-Biographie über Vater Horst Kasner: „Er sieht ein bisschen aus wie die DDR -Version von Richard von Weizsäcker. Offenbar denkt er auch so.“

Aus ihrer Kindheit und Jugendzeit berichtet Angela Merkel („Die Zeit“, Nr. 16/2005): „Wir haben zweimal im Jahr das KZ Ravensbrück besucht.“

Nun hat wahrlich nicht jeder Deutsche eine solche familiäre „Erblast“ zu bewältigen wie Richard von Weizsäcker. Er selbst war im Krieg Wehrmachtoffizier, Regimentsadjutant und Ordonnanz des Generals Matzky, der im Oberkommando des Heeres für Feindbeobachtung zuständig war.

Sein Vater, Ernst von Weizsäcker, diente Hitler als stellvertretender Reichsaußenminister, gehörte der NSDAP an und bekleidete den Rang eines Brigadeführers (entspricht: Generalmajor) der SS — und zwar der schwarzen SS, nicht etwa der feldgrauen Waffen -SS.

Viktor von Weizsäcker, Onkel des nachmaligen Bundespräsidenten, hatte als führender Neurologe und Medizinphilosoph im 3. Reich den Führer Adolf Hitler zum „Ersten Arzt des deutschen Volkes“ ausgerufen.

Der Naturwissenschaftler Carl Friedrich von Weizsäcker, Bruder Richard von Weizsäckers, war einer der wichtigsten Atom(bomben)forscher des Hitlerreiches.

Als nun aber die Rote Armee auf ihrer „Befreiungstour“ in den letzten Apriltagen 1945 die Uckermark erreicht hatte, geschahen auch dort, nicht zuletzt in Templin und Umgebung, entsetzliche Verbrechen: Plünderungen und Brandschatzungen, Vergewaltigungen und Morde. Betroffen waren neben den Einheimischen auch die Flüchtlinge, die aus den Gebieten jenseits der Oder herbeigeströmt waren.

Das ohnehin durch einen militärisch sinnlosen Bombenangriff vom 6. März 1944 gezeichnete Templin wurde von marodierenden Rotarmisten zusätzlich übel zugerichtet. Auch die in kaiserlicher Zeit, 1910, eingeweihte Goethe – Schule brannten die eigentümlichen Befreier bis auf die Grundmauern nieder. Das Gebäude entstand ab 1949 neu; Angela Merket war dann später Schülerin der Lehranstalt.

Auf dem Waldhof, der rund einen Kilometer vor den Toren Templins gelegenen langjährigen späteren Wirkungs- und Wohnstätte von Angela Merkels Familie, wurde 1945 Superintendent Karl Gottfried Buchholz von Sowjetsoldaten bestialisch umgebracht. Er, der auch Stadtpfarrer von Templin war, musste sterben, da er sich schützend vor Flüchtlingsfrauen gestellt hatte, denen Vergewaltigung durch enthemmte, alkoholisierte Rotarmisten drohte. (Siehe: http://www.stephanus-stiftung.de/Waldhof/festschrift150jahre.pdf) Buchholz, alles andere als ein „Nazi „, hatte die Jahre zuvor beherzt gegen nationalsozialistische Euthanasie*-Maßnahmen des „Gnadentodes“ bzw. der „Verhütung erbkranken Nachwuchses“ gekämpft.

Und auf noch ein bezeichnendes „Befreiungsgeschehen“ des Jahres 1945 aus der Umgebung von Templin sei hier hingewiesen: Das Margarethe-Hennig-Haus der „Altenpflegeheim Templin GmbH“, einer Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes, Kreis Uckermark -West, erinnert an den „Engel von Hohenlychen“, Margarethe Antonia Emma Hennig geb. Pietschmann.

1896 in Lübben/Spreewald zur Welt gekommen, hatte sie sich als Rotkreuzschwester im 1. Weltkrieg in der Verwundetenpflege geradezu aufgezehrt. Nach 1918 ging sie als Schwesternausbilderin in das vom Bürgerkrieg zerrüttete Sowjetrussland. 1924 bis 1928 war sie Leiterin des Kriegswaisenheims „Haus Sonnenschein“ in Hohenlychen nahe Templin, 1928 bis 1931 Oberschwesterin der Heilanstalt Hohenlychen.

Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges war sie wieder in der Verwundetenbetreuung aktiv. Sie rieb sich auch für Kriegsgefangene, Zwangsdeportierte und Juden auf, versorgte sie mit Medikamenten und Lebensmitteln. „Viele Frauen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück, die täglich nach Hohenlychen zur Arbeit gefahren wurden, haben dank der tätigen Hilfe von Margarethe Hennig überlebt; sie setzte ihr Leben aufs Spiel, um andere zu retten“, heißt es in einem Zeitgeschichtsbericht des DRK Uckermark (www.kv- uckermark-west.drk.de).

Weiter im Wortlaut:

„Als die Rote Armee am 1. Mai 1945 in Lychen einmarschiert, wird Margarethe Hennig von russischen Soldaten in ihrem Haus überfallen. Sie kann noch um Hilfe rufen und zwei Lehrer der nahe gelegenen Pannwitz-Schule folgen diesem Ruf. Sie werden von Rotarmisten erschossen. Margarethe Hennig wird vor den Augen ihrer Mutter und ihres damals 9-jährigen Sohnes gequält, vergewaltigt, mit einem Kopfschuss ermordet und in einem Massengrab auf dem Hohenlychener Friedhof verscharrt.“

In den auf die „Befreiung“ folgenden Jahrzehnten Besatzung** richteten die bei Templin stationierten Sowjettruppen verheerende Umweltschäden an. „Ganze Waldstücke gingen bei sowjetischen Panzerübungen in Flammen auf“, heißt es in der Merkel-Biographie von Jacqueline Boysen. Nicht zu vergessen: Unter strengster Geheimhaltung wurden im April 1959 12 Atomraketen über den Militärflugplatz Templin in die DDR geschafft — die ersten russischen Nuklear -Raketen außerhalb der Grenzen der „Befreiermacht“ Sowjetunion.

*In einer Anweisung Adolf Hitlers vom 1. September 1939 heißt es:

„Reichsleiter Bouhler und Dr. med. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnisse namentlich zu bestimmender Ärzte so zu erweitern, daß nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden kann.“[8]

[8] Das Schreiben Hitlers im Faksimile (PS-630)

Allein schon die Quelle Binding/Hoche (1920) beweist, daß das Konzept einer „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ vor und außerhalb nationalsozialistischer Zusammenhänge ausgearbeitet worden ist. Entscheidender aber noch ist der Umstand, daß die im Dritten Reich getroffenen rechtlichen Regelungen zur Euthanasie auf eine volle ärztliche Verantwortlichkeit abzielen und gerade keine politisch-ideologischen Vorgaben setzen.

Diese Tatsachen müßten auch jeden heutigen Schreiberling, der Geschichtsschreibung als Moralabhandlung betreibt, eigentlich dazu veranlassen, mit der gebotenen Gründlichkeit die Tradition der Euthanasie als langwährendes antik-europäisches Erbe einzuordnen. Erst vor diesem Hintergrund – der kultisch geschützten Selbsttötung und einer seit je normativ eingebundenen Euthanasie – wird die volle Abseitigkeit christlicher Lippenbekenntnisse von BRD-Politikern deutlich, die niemals sagen, was sie denken, sich aber stets unaufgefordert zu irgendeiner Kirchenmitgliedschaft „bekennen“.

Metapedia

**Nach der sogenannten Wende hatte sich ja bekanntlich nur die Anzahl der Besatzer reduziert, an der Besatzung selbst hat sich „selbstverständlich“ bis heute nichts geändert.

*******

 

 

Kapitel 8 „Der Geist des Waldhofs“ erscheint am Sonntag den 22.07.18

Vorangegangene Folgen: VorwortKapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5, Kapitel 6

 

Während SoundOffice noch ein paar Tage Sommerpause benötigt, um sich zu erholen und liegengebliebene Arbeiten nachzuholen, gibt es zum Übergang eine tägliche Folge aus dem Buch „Wem dient Merkel wirklich?“ von David Korn.

Hinweis: Der Originaltext wurde vom Stammkommentator „Stahlfront“ aus einem PDF-Dokument formatiert und modifiziert, indem Zahlen in Arabisch und nicht in Worte geschrieben wurden. Eingefügte Erklärungen sind mit Sternchen gekennzeichnet.

Informationen zum Buch: Wem dient Merkel wirklich? – von David Korn. ISBN 3-924309-76-0 by FZ-Verlag GmbH, 81238 München.

Ein Kommentar zu „Die „Befreiung“ der Uckermark

  1. Ich bitte vielmals um Entschuldigung, aber, es erschließt sich mir oftmals nicht, was denn nun Buchtext oder eigene Einfügung ist? Von dem fetten Blauen mal abgesehen, scheint es mir alles, aber kein flüssiger Text zu sein?

    SoundOffice: Soviel ich weiß sind mit Sternchen gekennzeichnete Inhalte Einfügungen.

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