Hintergrundwissen · Mythos Merkel · Politik

„Das Schweigen des Vaters“

(Fortsetzungsreihe: Wem dient Merkel wirklich, Kapitel 9 „Das Schweigen des Vaters“, präsentiert von „Stahlfront“) „Das Schweigen des Vaters“: In manchen Biographien erscheint Pastoralkolleg -Chef Horst Kasner als stets unerschrockener Moralhüter. Evelyn Roll über den Waldhof: „Hier im Reich des Vaters galten die Werte des christlichen Abendlandes.“

Da komme einem fast so etwas wie bei Asterix und Obelix in den Sinn: „Ganz Brandenburg war von den Ulbrichts und Honeckers besetzt. Ganz Brandenburg? Nein! Ein von unbeugsamen Christen bewohnter Waldhof vor der Stadtmauer von Templin hielt sich wie eine Rettungsinsel im roten Meer des Sozialismus.“

Das „Merkel-Lexikon“ der Berliner „BZ“ bleibt sozusagen im Bilde und teilt über das Kasnersche Waldhof-Idyll mit: „Das Elternhaus Angela Merkels steht wie ein christlicher Fels in der kommunistischen Brandung.“

Dass „Rettungsinsel“ bzw. „Fels“ 3 jahrzehntelang von „rotem Meer“ und „Brandung“ so bemerkenswert unangetastet blieben, will Biographin Nicole Schley mit geradezu virtuoser Mimikry der Kasner-Sippe erklären: „Geheimhaltung galt bei den Kasners als oberste Maxime . . . Niemand durfte wissen, dass die Familie Westfernsehen schaute, welche Bücher es im Hause gab oder welche Themen in gemeinsamen Stunden diskutiert wurden. So war es Horst Kasner im Laufe der Jahre gelungen, als Sympathisant des DDR-Systems wahrgenommen zu werden, was ihm — und seiner Familie — gewisse Vorteile brachte.“

Über einige dieser „gewissen Vorteile“ gibt Langguth in seiner Merkel-Biographie Aufschluss: „Dass die Kasners 2 Autos hatten — einen Privatwagen, den man über ,Genex’* bezogen hatte, und einen Dienstwagen, war für DDR- Zeiten absolut außergewöhnlich . . . Horst Kasner erhielt praktisch alle westliche Literatur, die ihm zugesandt wurde . . . Zu den Privilegien Pfarrer Kasners gehörten auch die Westreisen … Er konnte viele Westreisen unternehmen, übrigens auch seine Frau, die bis nach Amerika fuhr.“ Pfarrer Kasner tourte u. a. nach Italien und Großbritannien.

Langguth findet es bemerkenswert, dass „Angela Merkel praktisch nie über ihren Vater spricht“.

Auch bei Horst Kasner selbst sei auffällig, dass er „gar nicht erst ins Visier der Öffentlichkeit geraten möchte“. Er vermeide es, mit seiner Tochter zusammen für irgendwelche politischen Reportagen auch nur abgelichtet zu werden.** „Kasner war weder zu einem Gespräch noch zur Beantwortung von schriftlich eingereichten Fragen bereit“, schreibt Langguth. Vom Merkel -Vater erhielt er den abschlägigen Bescheid, „dass wir Personen und Institutionen gegenüber, die an Veröffentlichungen über unsere Tochter interessiert sind, grundsätzlich keine Auskünfte über unsere persönlichen und familiären Belange erteilen, und dies schon gar nicht, wenn keine ausdrückliche Zustimmung unserer Tochter vorliegt“.

Und am 31. Mai 2005 meldete das brandenburgische Tageblatt „Märkische Allgemeine“: „Kasners reden mit niemandem mehr. Ihre Tochter wird das begrüßen. Merkel ist nicht Schröder. Lieber abschotten als zu viel private Einblicke riskieren.“

Der Merkel-Vater macht für Medien und Rechercheure aller Art die Schotten dicht. Dies betrifft auch seine Zeit im 3. Reich, über die keiner der zahlreichen Biographen und Presseberichterstatter, die sich mit der Merkel-Familie intensiv befasst haben, auch nur eine einzige Silbe mitzuteilen weiß.

Rein vom Geburtsjahr her, 1926, könnte Horst Kasner sehr wohl in der braunen Endzeit noch irgendwie „dabei“ gewesen sein. Zumindest hätte er altersgemäß eigentlich Militärdienst in der Wehrmacht geleistet haben müssen. Was wäre denn schon Schlimmes daran? Warum die Geheimniskrämerei? Diese Fragen gelten auch Angela Merkel, die hinsichtlich ihrer Verwandtschaft im Allgemeinen, insbesondere aber bei biographischen Details zum Vater extrem wortkarg ist — man könnte auch sagen, dass sie sich hier, sehr im Gegensatz zu ihrer sonstigen Redseligkeit, als grabesschweigsam erweist.

Kanzler Gerhard Schröder hingegen hatte keine Probleme, über seinen (1944 in Rumänien gefallenen) Vater als Soldaten der deutschen Wehrmacht auch in aller Öffentlichkeit zu sprechen; und er tat es ohne bewältigungsneurotische Anwandlungen.

„Das dürfte daran liegen, dass sie kein Interesse daran hat, die tatsächliche Rolle Kasners im DDR-Sozialismus zu beleuchten.“ So versucht Prof. Langguth die Merkel’sche Auskunftsabstinenz zu erklären. Denn: „Ihr Vater zeigte — zumindest gelegentlich — eine intensive Staatsnähe*** oder scheute zeitweilig die Kontakte mit der Staatssicherheit nicht.“ Langguth weiter „Horst Kasner warb bei seinen Reisen in den Westen für die Deutschlandpolitik der DDR.“

Bei einer von der staatlichen „Nationalen Front“ organisierten Italien-Reise habe „der rote Kasner“ die Ansicht vertreten, nur die Kommunistische Partei könne das Land vor weiterem Niedergang retten.

Rainer Eppelmann, später DDR-Dissident und Wendepolitiker, war als junger Pfarrer auf dem Waldhof. Im Nachhinein beschreibt er die von Kasner dort verbreitete pessimistische Zukunftsvision wie folgt: Die evangelische Kirche werde in der DDR dermaßen schrumpfen, dass sich kaum noch Gemeinden einen hauptamtlichen Pfarrer leisten könnten; das Schicksal der meisten Pastoren werde es dann sein, „Nebenbeipfarrer“ bzw. „Feierabendprediger“ zu sein.

Eppelmann empfand die Kasner’sche Weissagung als herzlos, demotivierend, geradezu defaitistisch: „Der machte uns jungen Menschen, die sich da auf das Gemeindepfarramt vorbereiten sollten, nicht gerade Mut. Da dachte ich damals natürlich: du Arsch.“

Ein hartes Urteil, das längst nicht von allen Besuchern des Kasner-Kollegs geteilt wird. Man begegnet auch immer wieder Stimmen von Zeitzeugen, die Horst Kasner als vorbildlichen Theologen empfunden haben. Sein Wirken könne nur gerecht beurteilt werden, wenn man die Machtverhältnisse, unter denen er arbeiten musste, und die Zeitumstände berücksichtigte, wird für ihn wohl nicht zu Unrecht ins Feld geführt.****

*https://de.wikipedia.org/wiki/Genex

**Nun, solchen Leuten wie Kasner wird die erst kürzlich verabschiedete Datenschutz-Grundverordnung DSGVO doch sehr entgegenkommen.

***Nun, daß wir Menschen immer wieder in die Versuchung kommen mit zweierlei Maß zu messen ist an sich nichts Ungewöhnliches, aber es ist doch recht auffallend, … daß wenn es um eine gewisse „Staatsnähe“ von linken Pfaffen zu DDR-Zeiten geht, gerade die Leute, welche immer die „Staatsnähe“ im 3. Reich beklagt haben, hier doch sehr verständnisvoll bzw. milde urteilen. Es handelt sich hierbei um die alte Mär vom guten internationalen Sozialismus und dem bösen nationalen Sozialismus, welche nichts anderes ist, als eine ideologische Erfindung bzw. Sichtweise der linken Nachkriegsjournaille. Aber der Splitter ist ja bekanntlich beim Anderen immer noch größer, als der Balken im eigenen Auge, nicht wahr ???

„Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn mit demselben Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit demselben Maß, mit dem ihr [anderen] zumesst, wird auch euch zugemessen werden. Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, und den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen! — und siehe, der Balken ist in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen!“ (Matthäus 7, 1 – 5)

****Dies sehe ich nicht so, denn niemand hatte ihn wohl dazu gezwungen, sich in den Machtbereich der Kommunisten zu begeben.

*******

 

Kapitel 10 Der „rote Kasner“ in Aktion erscheint am Dienstag den 24.07.18

Vorangegangene Folgen: VorwortKapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5Kapitel 6Kapitel 7Kapitel 8

 

 

Hinweis: Der Originaltext wurde vom Stammkommentator „Stahlfront“ aus einem PDF-Dokument formatiert und modifiziert, indem Zahlen in Arabisch und nicht in Worte geschrieben wurden. Eingefügte Erklärungen sind mit Sternchen gekennzeichnet. Danke für die Arbeit.

Informationen zum Buch: Wem dient Merkel wirklich? – von David Korn. ISBN 3-924309-76-0 by FZ-Verlag GmbH, 81238 München.

10 Kommentare zu „„Das Schweigen des Vaters“

  1. Ist es vielleicht möglich, den Originaltext gegenüber den Kommentaren im Text abzuheben?
    Danke! 🙂

    SoundOffice: Jürgen, ich will mich darum bemühen, doch ansonsten kann ich den Text nur so übernehmen wie ihn Stahlfront liefert. Da ich das Original nicht einsehen kann, kann ich somit nicht eindeutig unterscheiden, was O-Text oder eingefügte Inhalte sind. Ich weise daher nochmals auf die mit Sternchen gekennzeichneten Inhalte hin, die Stahlfront ausdrücklich als Einfügungen ausweist.

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      1. Danke erst mal für diesen wichtigen Hinweis, ich habe Sound gebeten, bei den bisherigen Kapiteln, eine Linie einzuziehen, damit Original und Kommentar noch klarer getrennt sind, z.B.

        Beinahe vom Leben „befreit“

        Horst Kasner hatte, wie gesagt, seine nachmalige Ehefrau, Angela Merkels Mutter, in Hamburg kennen gelernt.
        ……
        Bei der staatlich organisierten, hauptsächlich von der Hitlerjugend verantworteten Kinderlandverschickung (Verbringung aus den bombenbedrohten Städten aufs Land), im Rahmen derer mehrere Millionen Kinder und Jugendliche betreut wurden, handelte es sich um die größte humanitäre Rettungsaktion des 2. Weltkrieges — neben der Evakuierung von Millionen Flüchtlingen über die Ostsee ab Ende 1944 durch die deutsche Marine unter Führung des Großadmirals und letzten Reichspräsidenten Karl Dönitz.
        ___________________________________________________________________________

        *Die Direktive JCS 1067 an den Oberbefehlshaber der Besatzungstruppen der VSA in Rest-Deutschland legte bereits im April 1945 die Grundzüge der VS-amerikanischen Besatzungspolitik nach der endgültigen Zerstörung Deutschlands fest. Ihre Bestimmungen in Anlehnung an den Morgenthau-Plan blieben zwar nur offiziell bis Mitte 1947 gültig, wurden jedoch nie aufgehoben, sondern durch den Kalten Krieg nur formal abgeschwächt. Demnach ist das Deutsche Reich als Feindstaat zu behandeln, der dauerhaft daran gehindert werden muß, jemals wieder souverän und unabhängig zu werden. Konkret beinhaltete die Direktive die geplanten Schritte zur endgültigen wirtschaftlichen und politischen Zerstörung Deutschlands, die nach dem Ende des Kalten Krieges 1990 mit subtileren Mitteln fortgeführt werden.
        Die Direktive JCS 1067 besagte unter anderem, daß die Militärgouverneure keine Schritte unternehmen durften, die
        a) zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands führen könnten
        oder
        b) geeignet sind, die deutsche Wirtschaft zu erhalten oder zu stärken.

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      1. Nein, ist von einer PDF-Datei, aber es ist ein ganz schöner Buchstabensalat; Kostprobe gefällig:

        Mi t _ d r e i h u n d e r t s i eb en u n d n eu n zi g J a – St immen b e i zwe i h u n d e r tu n d zwe i Ne in ,
        zwöl fma l En t ha l tu n g und ei nem u n gü l t igen Zet t el i s t An gela Merk el am 22 . No –
        vemb er 2005 vom Deut sch en Bund es tag ins Amt d es Bund eskan zler s d er Bund es –
        republik Deutschland gewählt worden.
        Was ihre Pf licht und Schuldigkei t i s t, weiß man . Es s teht im Amt s eid gemäß Art i –
        kel 56 des Grundgesetzes für die Bundes republik Deut schland, welcher da lautet :
        „Ich schwöre, das s ich meine Kraft dem Wohle des deut schen Volkes widmen, sei –
        n en Nut zen mehr en , Schad en von ihm wend en, das Grund ges et z und di e Ges et ze
        d es Bund es wah r en und ver tei d i gen, mein e Pf l icht en gewi s s enh a ft er fü l len u nd
        Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“
        Aber weiß man auch, wer sie ist, die das geschworen hat?
        „Ja, meine Haare sind getönt.“ Als s ich Angel a Merkel derges talt in der „Bi ld“ am
        3. Mai 2002 „out et e“, hät t e man d enk en k önn en : Endli ch ma l j emand au s d er Gi l –
        d e d e r Sp i t z en p o l i t i k e r , d e r mi t of f en en Ka r t en sp i el t . Gan z d a s Geg en t ei l von
        Kanzler Schröder, der um seine nie ergrauenden Schläfen ein St aat sgeheimni s ge –
        macht hat und sogar vor den Kadi brachte, wer es lüften wollte. Ganz offen konnte
        d enn auch nach d em „Comin g out “ in d er „Bi ld“ üb er das Merk el‘ s ch e Haupthaa r
        di skutiert werden. Bis hin zur öffent lichen Empfehlung des Promi – „Hai rstyli s ten“,
        Lee St af ford an di e Ch efin der Ch ri s td emok rat en : „Unb edin gt b lond e High light s
        u n d e twa s Sp r a y -Wa x a l s z e i t g emä ß e s Fi n i s h . “ ( „We l t am So n n t a g “ , 6 . Mä r z
        2005).
        Auch auf anderen wichtigen Gebieten is t die Öffent lichkeit hinreichend aufgeklärt

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      2. Werter Stahlfront, leider muss ich mitteilen, das die eingereichten Nachträge für die bisher erschienenen Beiträge aufgrund der Umfänglichkeit und wegen Zeitmangel vorläufig nicht vorgenommen werden können. Mit beste Grüße!

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