Hintergrundwissen · Mythos Merkel · Politik

Der „rote Kasner“ in Aktion

(Fortsetzungsreihe: Wem dient Merkel wirklich, Kapitel 10 Der „rote Kasner“ in Aktion, präsentiert von „Stahlfront“) Der „rote Kasner“ in Aktion: Horst Kasner habe „auf Synoden mit Vehemenz Positionen vertreten, die im machtpolitischen Interesse der DDR gelegen“ hätten, liest man bei Prof. Langguth. „Er war ganz und gar auf die DDR-Staatlichkeit fixiert“ und sei auch ein „Akteur der kirchlichen Teilung“ in Deutschland gewesen.

Als Beispiel dafür, wie Kasner und seine theologischen Gesinnungsgenossen operierten, schildert Langguth Abläufe bei der Synode, die vom 13. bis zum 17. Februar 1966 in Berlin stattfand und auf welcher Weichen für die Spaltung der Berlin-Brandenburgischen Kirche gestellt wurden:

Langguth: „Was unter, unserer Konzeption‘ zu verstehen ist, ergibt sich von selbst — es war nicht die Konzeption der Kirche, sondern des DDR-Staates, des Amtes für Kirchenfragen und — schlimmer noch — des Ministeriums für Staatssicherheit.“

In einem die Synode von 1970 betreffenden Dokument des Staatssekretariats der DDR für Kirchenfragen hieß es (zit. nach Langguth): „Wir können einschätzen, dass progressive Synodale sowohl von der Quantität als auch von der Qualität ihres Auftretens her breiter wirksam werden konnten. Prof. Müller, Rechtsanwalt (Clemens) de Maizière, Pfarrer Kasner und Landesjugendpfarrer Günther erreichten durch taktisch kluges Auftreten, dass die Synode die feindlichen Konzeptionen nicht beschloss und in der Frage der Eigenständigkeit der Kirche Berlin-Brandenburg auf dem Territorium der DDR mit echten Kompromissen zustimmte.“ Prof. Langguth:

„Aufgrund dieser Aktenlage kann mit Fug und Recht gesagt werden, dass Horst Kasner aktiv an der Spaltung der Berlin-Brandenburgischen Kirche mitwirkte.“

Von besonderer Bedeutung ist auch die Ermittlung Langguths, dass Horst Kasner nicht nur „lange Mitglied“ des „Weißenseer Arbeitskreises der kirchlichen Bruderschaft in der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg“ — kurz: WAK — war, sondern darüber hinaus sich „für einige Jahre im Leiterkreis“ dieser Vereinigung betätigte.

Der auf Initiative Albrecht Schönherrs am 17. Januar 1958 auf einer Pfarrertagung im Adolf-Stoecker-Stift (Stephanus-Stift) in Berlin-Weißensee gegründete WAK wurde „von der Stasi stark beeinflusst“ (Langguth). Eine der Hauptaufgaben des Arbeitskreises bestand in den ersten Jahren darin, die Anhänger des evangelischen Bischofs von Berlin -Brandenburg und EKD-Ratsvorsitzenden Otto Dibelius in der DDR auszuschalten und den „Dibelianismus“ zu bekämpfen. Dibelius mit Sitz in Berlin (West) war antikommunistisch und gesamtdeutsch gesinnt; nach SED-Lesart handelte es sich bei ihm um einen „Agenten des westlichen Imperialismus“.

Laut Ehrhart Neubert („Geschichte der Opposition in der DDR 1949 – 1989″) war der WAK, in dessen Leiterkreis zeitweilig auch Angela Merkels Vater mitwirkte, „stets der verlängerte Arm der SED in der Synode“.

Wieder Langguth: „In Dokumenten des Ministeriums für Staatssicherheit wird der Weißenseer Arbeitskreis zu den ,progressiven innerkirchlichen Zusammenschlüssen‘ gezählt.“

Merkel -Biographin Boysen teilt zu diesem Komplex mit: „Kasner gehörte dem Weißenseer Arbeitskreis an, einer kleinen, aber exponierten Gruppe von DDR- Theologen, dies ich vielfach der Kritik ihrer Glaubensbrüder aussetzte, weil sie eine ausdrücklich staatsnahe Haltung pflegte. Der Staatsapparat seinerseits duldete den WAK nicht nur, sondern ermöglichte den Theologen dieses Kreises, ihre kirchenintern umstrittenen Ansichten über das Verhältnis von Mission und gesellschaftlicher Teilhabe der Christen im Sozialismus in einer Publikation zu verbreiten.“

Damit waren die vom WAK herausgegebenen „Weißenseer Blätter“ („WBI” bzw. „WB“) gemeint, deren erstes Heft im Frühjahr 1982 erschien — mit ausdrücklicher Genehmigung des Lektors für nichtlizenzpflichtige Druckerzeugnisse im DDR-Kulturministerium.

Über das WAK-Organ berichtet der emeritierte Theologieprofessor an der Humboldt-Universität Reinhard Henkys, der in den 80er-Jahren Vertreter des Evangelischen Pressedienstes (epd) in der DDR war: „Die seit 1982 erscheinenden ,Weißenseer Blätter‘ verachteten die Opposition und denunzierten sie unverhüllt. Ihre Zielgruppe waren vielmehr Theologen und Funktionsträger der offiziellen evangelischen Kirche. Die WB kollaborierten offen mit der ,reinen Lehre‘ der SED, interpretierten die kirchliche Zeitgeschichte von dieser marxistischen Position aus . . . Der SED kreideten die WB schon vor der Wende ideologische Rechtsabweichung an.“

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Kapitel 11 „Zwei getrennte Deutschlands bevorzugt“ erscheint am Mittwoch den 25.07.18

Vorangegangene Folgen: VorwortKapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5Kapitel 6Kapitel 7,  Kapitel 8, Kapitel 9

 

Hinweis: Der Originaltext wurde vom Stammkommentator „Stahlfront“ aus einem PDF-Dokument formatiert und modifiziert, indem Zahlen in Arabisch und nicht in Worte geschrieben wurden. Eingefügte Erklärungen sind mit Sternchen gekennzeichnet. Danke für die Arbeit.

Informationen zum Buch: Wem dient Merkel wirklich? – von David Korn. ISBN 3-924309-76-0 by FZ-Verlag GmbH, 81238 München.

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