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In „permanenter Auflehnung“?

(Fortsetzungsreihe: Wem dient Merkel wirklich, Kapitel 13 In „permanenter Auflehnung“?, präsentiert von „Stahlfront“) Was nun das gängige Pro-Merkel-Schrifttum über den DDR-Lebensweg der Porträtierten bringt, mutet oft nicht wie Bio- sondern wie Schizographie an.

Nicht selten treten die Angela M., die wegen der erdrückenden Allgegenwart einer gnadenlosen Diktatur nur heimlich, still und leise oppositionell gewesen sein konnte, und die Angela M., welche furcht- (wie übrigens auch folgen-) los das Regime offenen Visiers befehdete, nur ein paar Zeitungszeilen oder Buchseiten voneinander entfernt auf.

Merkel-Biograph Matthias Krauß macht den Spielverderber und notiert: „Die deutsche Publizistik sieht sich gedrängt, einen Widerstandsgeist zu erfinden, von dem Angela Merkel meilenweit entfernt war, und für den ihre Biographie auch nichts hergibt. Nichts destotrotz werden Beispiele herangeschleppt, und zwar solche, die sich ebenso im Leben des linientreuesten Genossen auffinden lassen würden.“

Hier sei eine grundsätzliche Anmerkung eingefügt: So sehr auch Versuche, Widerstand nach Toresschluss zu konstruieren, kritikwürdig sind: Millionen Deutsche in der „DDR“, die sich nicht offen aufgelehnt haben gegen die Diktatur, sondern einfach „ihr Leben gelebt“ haben oder sozusagen als kleine Marschierer „mitmachten“, sind dafür nicht zu verurteilen.

Es kehre jeder vor der eigenen Tür zuerst.

War „im Westen“ stets alles Gold, was glänzte? Wurde und wird nicht auch in Demokratien oft geschwiegen angesichts von Unrecht, wo ein laut es Nein, wenn nicht Widerstand geboten wäre? Verglichen mit allen anderen „Kommunismen“, war die sozusagen deutsche Version in der DDR die relativ erträglichste.

Man hüte sich grundsätzlich vor Werturteilen aus sicherer Distanz.* Räumlich oder zeitlich. „Ohne Furcht vor der Stasi erziehen Vater und Mutter Angela in Opposition zum SED-Staat“, weiß das „Merkel-Lexikon“, eine Publikation der Berliner „BZ“, zu berichten.

Angela Merkel selbst erzählt: „Ich habe die DDR nie als mein Heimatland empfunden . . . Jeden Abend kam ich voller Wut nach Hause und musste mir erst einmal alles von der Seele reden. Mich verband mit diesem Land überhaupt nichts.“ An anderer Stelle äußerte sie: „Ich habe mich in einer stetigen und stetig zunehmenden, sehr kritischen Auseinandersetzung mit der DDR befunden.“

1994 bekundete sie laut dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“: „Ich lebte in permanenter Auflehnung gegen den Staat DDR.“

„Und so wuchs die Westdeutsche (sic!) Angela Kasner als Außenseiterin im Arbeiter- und Bauernstaat im uckermärkischen Templin am Rande der Schorfheide auf“, liest man in Nicole Schleys Merkel-Biographie.

„Außenseiterin in der DDR“, so lautet auch eine Kapitelüberschrift in Angela Merkels als Zwiegespräch mit dem Journalisten Hugo Müller-Vogg gestalteten Autobiographie „Mein Weg“.

„Meine Geschwister und ich, wir waren nach DDR-Maßstäben schon Außenseiter“, sagte Angela Merkel ihrem Lebensbeschreiber Prof. Wolfgang Stock. Und dieses Außenseitertum soll sich in einer „feindlichen Umwelt“ („a hostile environment“) abgespielt haben, so der „International Herald Tribune“ in seiner Merkel-Berichterstattung nach Befragung Horst Kasners.

Dabei konnten sowohl Kasner als auch seine Kinder Angela und Marcus für Verhältnisse angeblich „wie im Feindesland“ erstaunlich reüssieren**.

Die wenigsten Bürger des Arbeiter- und Bauernstaates jedenfalls brachten es zu Kolleg-Chefs mit besten Beziehungen nach „ganz oben“ und ausgedehnten Westreise-Möglichkeiten (Vater) oder schafften den Sprung in die Reihen der Privilegierten der Akademie der Wissenschaften (Tochter) oder kamen als Stipendiaten ans Allerheiligste der Wissenschaft der ruhmreichen Sowjetunion, das Kernforschungszentrum Dubna bei Moskau (Sohn).***

So gesehen, kann man bei den Kasners wohl doch wieder von Außenseitertum sprechen.

Biographin Schley bringt ein Foto der 4-jährigen und schreibt dazu: „Schwierige Kindheit. Als Pastorentochter hatte Angela Dorothea Kasner keinen leichten Stand in der DDR.“ Der Schnappschuss zeigt allerdings ein munteres und fideles Mädchen, und Angela Merkel selbst hat wiederholt betont, eine unbeschwerte Kindheit verlebt zu haben. An anderer Stelle ihres Buches notiert Schley: „Angela und ihre Geschwister mussten wegen ihrer christlichen Erziehung stets auf der Hut sein und allerlei Hänseleien erdulden.“

Biographin Patricia Leßnerkraus über Jung-Angela: „Sie darf vor allem nie preisgeben, wie sie und ihre Familie daheim wirklich leben, was sie denken und diskutieren. Vor allem nicht, dass im Hause Kasner selbstverständlich Westfernsehen geschaut und massiv über Honecker geschimpft wird, die Hausbibliothek gefüllt ist mit Büchern aus dem feindlichen Westen. Eine furchtbare Belastung für ein kleines Mädchen, das doch eigentlich fröhlich, beschwingt und unbeschwert durchs Leben laufen sollte.“

Dass nun aber Westfernsehen auf dem Programm der Masse der DDR-Bürger stand (da waren die Kasners gegebenenfalls nun wirklich keine Außenseiter), dürfte Stasi-Mielke und auch dem gesamten Politbüro der SED ohnehin bekannt gewesen sein. Davon zeugte im Übrigen allein schon die Ausrichtung der Antennen auf den Dächern des Volkes.

Und was die Kasner’sche Hausbibliothek betrifft, so wurde, wie bereits in diesem Buch erwähnt, deren steter postalischer Nachschub aus dem Westen kontrolliert und zum Waldhof durchgereicht.

In sämtlichen Biographien liest man die Story, dass Angela Kasner an der Templiner Schule bei der Antwort auf die Frage nach dem Beruf ihres Vaters aus Angst vor Nachteilen durch das Atheistenregime bewusst so genuschelt habe, dass statt „Pfarrer“ eher „Fahrer“ zu verstehen gewesen sei. Dabei dürfte niemand, auch kein Lehrer, im kleinstädtischen Templin nicht genau gewusst haben, dass Vater Kasner ein paar Steinwürfe von der Stadtmauer entfernt als Pfarrer eine große Ausbildungsstätte für Theologen leitete, welche sich überdies höchster staatlicher Duldung, wenn nicht mehr, erfreute.

Widerstand leistete der Kasner-Nachwuchs laut diverser veröffentlichter Lebensläufe auf subkutane**** Art. Ein Beispiel aus der Biographie von Roll: „Angela Merkel wusste schon mit 9 Jahren die Namen aller westdeutschen Minister auswendig.“ Soll das etwa heißen, dass nur die Bonner Bundesregierung, nicht aber der Ostberliner Ministerrat von Klein-Angela als legitim anerkannt wurde?

In diesem Zusammenhang ist auch belangreich, was Angela Merkel selbst zum Beleg des „Außenseitertums“ ihrer Familie bekundet hat: „Mein Bruder kannte alle Päpste auswendig. Ich sammelte Kunstpostkarten. Und gegenseitig haben wir uns die Hauptstädte der Länder der Welt abgefragt.“

Nun wird es zweifellos auch auf den offiziellen DDR-Lehrplänen für den Erdkunde-Unterricht gestanden haben, dass den Schülern die Namen der Hauptstädte der Welt beizubringen seien. Und schätzungsweise wäre es überall auf Erden ein wenig ungewöhnlich, wenn ein Teenie das Sammeln ausgerechnet von Kunstpostkarten als Steckenpferd hat.

Was nun aber die Päpste anbetrifft, so handelte es sich zweifellos um eine außerordentliche mnemotechnische Leistung von Klein-Marcus, reif für „Wetten dass . . .“, wenn er tatsächlich all die Heiligen Väter „auswendig gekannt“ haben sollte — weit über 3-hundert an der Zahl, mit Namen wie Telesphorus, dessen Pontifikat von 125 bis ca. 136 n. Chr. währte, oder seines Nachfolgers Hyginus, mit Eutychianus (um 280 n. Ch r.) und Symmachus (498 -514), mit Adeodatus 1., Sissinius, Gelasius usw. usf. etc. pp. Nur: Könnte es nicht sein, dass man als Sohn eines evangelischen Pfarrers mit derlei extrem eingepauktem „Papismus“ eher den eigenen Vater hochnehmen, denn die kommunistische Staatsmacht herausfordern wollte?

*******

 

Einfügungen:

*Diese berechtigte Feststellung sei auch all jenen ins Stammbuch geschrieben, welche meinen, irgendwelche moralischen Urteile über die Menschen während des 3. Reiches und danach abgeben zu müssen. Zudem geschieht dies meist in einer anmaßenden und zugleich abwertenden Art und Weise, bei der die Dreckkübel über unsere Vorfahren ausgekippt werden, was wohl bei anderen Nationen beispiellos sein dürfte. Sie sollten sich schämen (sich an längst Verstorbenen abzuarbeiten, welche sich bekanntlich nicht mehr wehren können) und nicht unsere Vorfahren, wenn solche selbsternannten Kritiker zu solch einer Empfindung überhaupt noch fähig sein sollten. Und dass es oft gerade die sind, welche selbst noch nicht viel geleistet haben, sei nur noch mal am Rande erwähnt.

**Das Verb reüssieren bedeutet „Anerkennung finden“, d.h. mit etwas die Achtung eines Publikums zu erringen und somit Erfolg zu haben. Der Begriff wurde aus dem französischen réussir (Erfolg haben, gelingen) entlehnt.

***Ja, da kann man mal sehen, wie unendlich hart und erbarmungslos die Führung der DDR gegen Oppositionelle und Regimegegner vorgehen lies. Dies erinnert mich irgendwie an Anne Frank und ihre Familie, denn die mußten ja nach offizieller Haus- und Hofberichterstattung auch unter unvorstellbaren Bedingungen hausen. Ja, so manches Martyrium erfuhr doch nach dem Ende des jeweiligen Systems eine ungeahnte Aufblähung bzw. Überhöhung, welche mit den tatsächlichen Vorkommnissen selbstverständlich nichts zu tun hatte. Den wirklichen Oppositionellen erging es hingegen wirklich sehr schlecht und manche von ihnen wurden sogar umgebracht.

****spätlateinisch subcutaneus, zu lateinisch sub = unter(halb) und cutis = Haut

 

 

Kapitel 14 Kraftprobe „Kasi“ / Stasi“ erscheint am Sonntag den 29.07.18

Vorangegangene Folgen: VorwortKapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5Kapitel 6Kapitel 7,  Kapitel 8Kapitel 9Kapitel 10Kapitel 11, Kapitel 12

 

Hinweis: Der Originaltext wurde vom Stammkommentator „Stahlfront“ aus einem PDF-Dokument formatiert und modifiziert, indem Zahlen in Arabisch und nicht in Worte geschrieben wurden. Eingefügte Erklärungen sind mit Sternchen gekennzeichnet. Danke für die Arbeit.

Informationen zum Buch: Wem dient Merkel wirklich? – von David Korn. ISBN 3-924309-76-0 by FZ-Verlag GmbH, 81238 München.

10 Kommentare zu „In „permanenter Auflehnung“?

  1. Bei christlicher Erziehung war ich raus 😊 eine christliche“Erziehung“ damals wie heute ist doch gerade der Fehler aller Sünden -Die ganze Geschichte ist eine Jesuitisches Hirngespinst -Tot dem System! Danke für Deine Arbeit🙏

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  2. „Einfügungen:“

    Guten Tag Sound,

    Ja so ist es klar und deutlich, was Original und was Anmerkung ist, gut so, es war auf jeden Fall ein nützlicher bzw. notwendiger Hinweis von Kommentator „Jürgen“, danke noch mal, denn wir wollen die „Sache“ ja so professionell wie möglich über die Bühne bringen.

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  3. „…mußte allerlei Hänseleien erdulden“…Joah! Dafür rächt sie sich heute. Auch bekannt als Narzissmus. Die Alte ist KRANK! Wer in der Kindheit solche Schäden erlitten hat, trägt sie ein Leben lang mit sich rum.

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      1. Vor allem hällt es ja bis heute an! Also, ich würde mich nicht wohlfühlen, wenn mich jeder ausbuht (beim Wahlkampf) und ganz Europa hasst & verflucht. Aber sie hört nicht auf! Normal ist das nicht. Jeder Mensch würde doch sagen, okay, dann geh ich mal besser woanders hin, hier mag mich keiner. Um Geld kann es ihr nicht gehen, davon hat sie sicher genug. Bleiben nur 2 Möglichkeiten: Sie ist ein Roboter oder ein Rache-Engela-Soziopathin. https://de.wikipedia.org/wiki/Rache

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      2. Das Verhalten, welches Du zurecht herausgestellt hast, ist nur zu erklären, wenn sie fremdgesteuert ist, denn die, welche ihr die Befehle erteilen, haben auch genug in der Hand um sie abzuservieren, und dies weis niemand besser, als Frau Merkel selbst !!!

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      3. Ja gut Stahlfront, das ist klar. Fremdgesteuert. Wenn man sich allein anschaut von welchen Institutionen sie Preise & Orden bekommen hat…alles jüdische oder freimaurerische Vereine. Aber ihre Pensionsansprüche hätte sie doch nach 7 Jahren sicher. Warum (als Mensch) also dermaßen weiterleiden & Ablehnung erfahren? Das kann doch nur abgrundtiefer Hass oder ein grundfester Dachschaden sein, meinst Du nicht?

        Müßte man mal einen Psychologen fragen. Immer wenn ich ihr Gesicht sehe, bekomme ich Gänsehaut. Bei der stimmt was nicht im Obergeschoß. Keine Liebe. Keine Herzlichkeit. Keine Empathie. Keine Ausstrahlung wo man denken würde: OOH!!…wenn sie den Raum betritt geht die Sonne auf! Die wirkt wie so ne leere Hülle vollgestopft mit Aggression & Wut. Bissel Menschenkenntnis hab ich auch schon gesammelt, lol Da gibt´s noch andere, wie den Maas z.B. Den kann man in die gleiche Kiste einsortieren. Oder gleich in die Ballerburg. Alles Narzissten.

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      4. Zitat: „Wenn man sich allein anschaut von welchen Institutionen sie Preise & Orden bekommen hat …alles jüdische oder freimaurerische Vereine.“

        Nun, dies ist ja der Mechanismus der Macht, Merkel hat ja all diese „Auszeichnungen“ nicht bekommen, weil die Juden und Freimaurer sie so gut leiden können, sondern an die Orden, Medaillen und Ehrendoktorwürden sind klare Erwartungen bzw. Aufgaben gebunden, und welche das sind, können wir ja an ihrer praktischen Politik sehen, der von dir angeführte Hass bzw. der eventuelle Selbsthass, also gegen deutsch an sich, wird ihr die Erfüllung, der ihr gestellten Aufgaben doch wesentlich erleichtern.

        Und ein Volk, welches man im tiefsten Inneren vollkommen verachtet, dessen Empfindungen werden ihr herzlich egal sein, nach dem Motto: „Was kümmert es die Eiche, wenn ein Schwein sich an ihr reibt“ oder ihr Mentor Kohl pflegte in solchen fällen gern zu sagen: „Die Hunde bellen, doch die Karawane zieht weider“, viel anders wird unsere Angie wahrscheinlich auch nicht denken und hat für den Hohn, denn Spott und die Verachtung des Volkes nur ein müdes Lächeln übrig.

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      5. Ja, da hast Du wohl recht, Stahlfront.
        „Welch früher Vogel morgens singt, den frisst abends die Katze“.
        Auch so´n toller Leitsatz aus der Wirtschaft bzw. Politik.
        Bäh!

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